Sie suchen eine bestimmte Seite auf einer Website und haben sie selbst nach drei Klicks im Menü noch nicht gefunden. Der nächste Schritt ist oft, die Website zu verlassen. Ein gut organisierter Seitenplan verhindert diese Sackgasse: Er bietet einen Überblick über alle verfügbaren Seiten, thematisch gruppiert. Als Ergänzung zum Hauptmenü erleichtert er die Navigation. Seine Grundlage ist eine klare Struktur, die man als Seitenhierarchie bezeichnet.
Erfolglose interne Suchanfragen: ein Hinweis auf Probleme mit der Struktur
Bevor wir uns mit der idealen Organisation befassen, sollten wir uns ansehen, was nicht funktioniert. Die Suchanfragen in der internen Suchleiste Ihrer Website sind eine wahre Fundgrube. Wenn Besucher nach „Preise“, „Öffnungszeiten“ oder „Anmeldung“ suchen, aber keine Ergebnisse finden, zeigt das, dass ihre Wortwahl nicht mit der Sprache der Website übereinstimmt.
Diese Diskrepanz ist häufig. Die Kategorien einer Website verwenden oft den internen Fachjargon der Organisation statt der Begriffe, die Besucher tatsächlich benutzen. Auch die Fragen an den Kundensupport bestätigen dasselbe Problem: ungünstig gewählte Bezeichnungen machen Seiten unsichtbar, selbst wenn sie vorhanden sind.
Erfassen Sie konkret die Suchbegriffe, für die keine Ergebnisse angezeigt werden. Wenn häufig nach „Kontakt pädagogisches Team“ gesucht wird, Ihre Seite aber „Studienleitung“ heißt, sollten Sie die Bezeichnung überdenken. Im Seitenplan von Cap Famille orientieren sich die Seitentitel an gängigen Begriffen. So finden sich Besucher schon beim ersten Lesen besser zurecht.
Seitenplan und Navigationsmenü: zwei sich ergänzende Funktionen
Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass manche Websites sowohl ein Menü am oberen Seitenrand als auch einen Seitenplan im Fußbereich anbieten. Das ist keine Doppelung. Das Menü führt Schritt für Schritt durch die Website. Der Seitenplan zeigt alle Seiten auf einen Blick.

Das WCAG-2.2-Kriterium „Multiple Ways“ sieht vor, dass jede Seite auf mehr als einem Weg erreichbar ist. Besucher können das Menü, die interne Suche oder den Seitenplan nutzen. Der Seitenplan dient als Ausweichmöglichkeit, wenn die anderen Wege nicht zum Ziel führen.
Ein einfaches Beispiel: Auf der Website eines Vereins mit Protokollen, Formularen und aktuellen Meldungen fasst das Menü diese Inhalte in drei oder vier Rubriken zusammen. Der Seitenplan hingegen führt jede Seite einzeln auf. Wer das Beitrittsformular für 2024 sucht, findet es in der vollständigen Liste in wenigen Sekunden. Über das Menü wäre man zunächst in einer allgemeinen Rubrik gelandet.
Was der Seitenplan zeigt, das im Menü verborgen bleibt
Die vollständige Hierarchie der Seiten ist auf einen Blick erkennbar. Ein Dropdown-Menü verbirgt die Unterrubriken. Im Seitenplan sind sie alle samt ihrer Hierarchieebene aufgeführt. So lässt sich nachvollziehen, wie die Inhalte organisiert sind – und nicht nur, wo sich eine bestimmte Seite befindet.
Website-Struktur: Seiten nach logischen Ebenen ordnen
Die Seitenhierarchie ist die Baumstruktur, die alle Seiten miteinander verbindet. Die Startseite bildet den Stamm, die Hauptbereiche sind die Äste und die Unterbereiche sowie einzelnen Seiten die Blätter.
Eine effektive Seitenhierarchie folgt einer praktischen Regel: Jede Seite sollte von der Startseite aus mit höchstens drei Klicks erreichbar sein. Andernfalls verlieren Besucher leicht die Orientierung, und Suchmaschinen können tiefer liegende Seiten schlechter crawlen.
Diese Elemente sorgen für eine übersichtliche Seitenhierarchie:
- Hauptkategorien mit Begriffen benennen, die Besucher verwenden, statt mit dem Fachjargon der Organisation
- Unterkategorien auf zwei Ebenen begrenzen, damit die Menüs nicht endlos werden
- Kurze, aussagekräftige Bezeichnungen verwenden, idealerweise zwei bis vier Wörter pro Seitentitel
- Inhalte thematisch sinnvoll gruppieren, sodass jede Seite genau einer Kategorie zugeordnet ist
Die Struktur testen, bevor sie endgültig feststeht
Bei einer Methode namens Card Sorting werden echte Nutzer gebeten, Ihre Seiten in Gruppen einzuteilen. Sie erhalten die Seitentitel auf Karten und ordnen sie nach ihrer eigenen Logik. Die Ergebnisse sind oft überraschend: Was Ihnen selbstverständlich erscheint, ist es für Ihre Zielgruppe nicht unbedingt.
Beim Test der Seitenhierarchie geht man noch einen Schritt weiter. Die Teilnehmer sollen eine bestimmte Information in der vorgeschlagenen Struktur finden – ohne visuelle Gestaltung oder Design. Diese Tests finden vor der Entwicklung statt, wenn sich Kategorien noch kostenlos ändern lassen.

Navigation, Architektur und Inhalte: So helfen Verknüpfungen Besuchern und Suchmaschinen
Ein Seitenplan steht nicht für sich allein. Er ist Teil eines größeren Ganzen, in dem Navigation, Seitenarchitektur und interne Verlinkung zusammenwirken.
Interne Links zwischen verwandten Seiten helfen Besuchern, von einem Inhalt zum nächsten zu gelangen, ohne zum Menü zurückkehren zu müssen. Für Suchmaschinen übertragen diese Links Relevanz von einer Seite auf eine andere. Eine Seite, die gut mit anderen Seiten ihrer Kategorie verknüpft ist, wird besser verstanden und kann bessere Rankings erzielen.
Nehmen wir eine Website, die sowohl Blogartikel als auch praktische Ratgeber anbietet. Wenn der Artikel „So wählen Sie eine Wohngebäudeversicherung“ auf den Ratgeber „Unterlagen für den Vertragsabschluss“ verweist, können Besucher ihren Weg fortsetzen, ohne selbst suchen zu müssen. Die interne Verlinkung macht aus der Seitenhierarchie konkrete Wege, die direkt durch die Inhalte führen.
Wann der Seitenplan aktualisiert werden sollte
Ein Seitenplan, der beim Start der Website erstellt und danach nicht mehr angepasst wird, reicht nicht aus. Jede neue Seite, jeder gelöschte Inhalt und jede Änderung an den Rubriken sollte darin berücksichtigt werden. Bei Websites mit regelmäßigen Veröffentlichungen lohnt es sich, die Aktualisierung zu automatisieren – insbesondere über eine XML-Datei, die von Suchmaschinen ausgelesen wird.
- Fügen Sie jede neue Seite innerhalb weniger Tage nach der Veröffentlichung zum Seitenplan hinzu
- Entfernen Sie Links zu gelöschten Seiten, um Fehler wie „Seite nicht gefunden“ zu vermeiden
- Prüfen Sie mindestens einmal pro Quartal, ob die Bezeichnungen einheitlich und stimmig sind
Ein aktueller Seitenplan ist der direkteste Weg, damit Besucher, die sich verirrt haben, wieder ans Ziel gelangen. Sein Nutzen hängt von klaren Bezeichnungen und einer sinnvollen Gruppierung ab, nicht von der Anzahl der aufgeführten Seiten. Eine Website mit zwanzig klar benannten Seiten lässt sich immer besser navigieren als eine mit zweihundert Seiten und unklaren Kategorien.



